Unsere Initiative

du!mittendrin ist eine Initiative der "Stiftung ev.-luth. Kirchengemeinde Blankenese". Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf im Hamburger Westen ganz selbstverständlich einen Platz zu geben, sie am Gemeindeleben wie am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen. Hierbei sollen alle Lebensbereiche, d.h. Freizeit, Lernen, Arbeiten und Wohnen berücksichtigt werden. 

„mittendrin“ – so sollen Freizeitangebote, Vorträge, Arbeitsplätze und auch Wohnmöglichkeiten vor Ort dazu beitragen, dass Menschen mit Förderbedarf hier selbständig und selbstbestimmt leben können und gleichzeitig geborgen und versorgt sind. Mitglieder der Gruppe geben ihre Erfahrungen gerne weiter.

Vom Werden und den Aufgaben unserer Gruppe

„Wie kann man ‚sowas’ mit auf eine Reise nehmen?“ – diese Aussage bekam eine Blankeneser Familie zu hören, die mit ihrer schwer behinderten Tochter im Flugzeug saß. Um eine solche Einstellung in unserer Gemeinde gar nicht erst entstehen zu lassen und um Vorurteile und Berührungsängste abzubauen, wurde 2013 die Gruppe du!mittendrin als Initiative der Stiftung unserer Kirchengemeinde gegründet. Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf sollen in Kirche und Dorf ganz selbstverständlich einen Platz finden und am Leben teilhaben können.

In Blankenese gibt es kaum Freizeitmöglichkeiten für besondere Kinder. Deshalb hat du!mittendrin verschiedene Projekte ausprobiert. Fußball, Malen, Schwimmen, Musik und Theater – viele sehr engagierte Ehrenamtliche haben diese Angebote gestaltet. Zahlreiche Vorträge zum Thema „Behinderung“ waren unter dem Dach der Gemeindeakademie zu hören. Das „mittendrin“ verstehen wir wörtlich. Schule, Freizeit, Arbeit und Wohnen – es wäre schön, wenn unsere Kinder in allen Lebensbereichen in unserer Gemeinde ganz selbstverständlich, selbstständig, selbstbestimmt und doch geborgen und versorgt leben könnten. Die beteiligten Eltern treffen sich regelmäßig und diese Treffen sind auch für den Austausch untereinander, für das Teilen von Sorgen oder auch von Freude zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden.

Aus den Kindern wurden mittlerweile junge Erwachsene, die Bedürfnisse haben sich geändert. Vor allem die Frage des Wohnortes, der Art und Weise der Betreuung steht jetzt im Vordergrund. Mit der Lange-Rode-Stiftung haben wir große Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Haus oder einem Grundstück, um ein inklusives Wohnprojekt entstehen lassen zu können. Die Perspektive der Eltern wird seit Ende vergangenen Jahres durch mehrere junge und sehr motivierte Menschen erweitert, die sich für die behinderten jungen Leute engagieren. Dabei wollen wir aber nicht nur die Wünsche und Bedürfnisse unserer Gruppe bedenken, sondern unsere Erfahrungen auch mit anderen Familien in der Gemeinde teilen. Auch Menschen mit Förderbedarf wollen über ihr Leben bestimmen, sie sind dabei individuell unterschiedlich und haben ihre ganz eigenen Meinungen und Vorstellungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie immer wieder auf Hindernisse und Probleme stoßen, die sie ohne unsere Hilfe nicht bewältigen können. Johannes, 20, hat das treffend zusammengefasst: „Behindertes Leben ist anders.

Behindertes Leben ist viel anstrengender als normales Leben.“ Es wäre schön, wenn wir gemeinsam in unserer Gemeinde dieses Leben mitgestalten könnten!

Isod Bötzel

Roswitha Bading-Ullrich

*1961, in Hamburg geboren, Dipl. Psychologin, 4 erwachsene Stiefsöhne und Tochter Selina (*1998), seit Geburt behindert. Selina hat mein Wertesystem und den Blick auf das Leben sehr verändert, was ich als höchst positiv erlebe. Ein wichtiger Punkt für mich ist: Ein unterstützendes Netzwerk für Betroffene rund um das Thema Teilhabe / Inklusion in unserem Stadtteil zu schaffen. Darüberhinaus habe ich immer wieder erlebt, wie wichtig und hilfreich ein Austausch mit Menschen ist, die ähnliche Themen im Leben bewegen.

Dr. Dorothea Bötzel

*1994, in Hamburg geboren und dort mit meinen zwei Brüdern aufgewachsen. Der jüngere von den beiden, (Jahrgang 2000), ist gehörlos zur Welt gekommen und hat eine leichte geistige Behinderung und autistische Züge. Ich habe von 2013 bis 2018 in Kiel Jura studiert und danach im Bereich Arbeits- und Sozialrecht promoviert. Der Schwerpunkt meiner Doktorarbeit lag dabei im Behindertenrecht. Im August 2020 habe ich mein Referendariat in Lübeck begonnen.

Isod Bötzel

*1961, Lehrerin, 3 erwachsene Kinder
Johannes (*2000) ist gehörlos zur Welt gekommen und lebt zusätzlich mit leichter geistiger Behinderung und autistischen Zügen. Ehrenamtliche Tätigkeit in der Kirchengemeinde Blankenese, wo wir auch unsere Gruppe gegründet haben.

Christian Bötzel

*1996, mit zwei Geschwistern in Hamburg aufgewachsen.
Johannes, mein jüngerer Bruder, kam gehörlos, mit leichter geistiger Behinderung sowie autistischen Zügen zur Welt und bereichert seitdem mit seinem Sein nicht nur mich. In Freiburg im Breisgau habe ich Rechtswissenschaften studiert und möchte - auch aus der Ferne - Teilhabe von Menschen wie meinem Bruder fördern.

Caja Mons

*1974 in Hamburg geboren und aufgewachsen. Blankenese hat meine Kindheit positiv geprägt. Hier ist bis heute das soziale Umfeld unserer ganzen Familie. Ich habe BWL studiert und 11 Jahre unter anderem in Berlin und Frankfurt gelebt. Ich bin verheiratet und habe 3 Kinder. Unsere Tochter Catharina (*2006) hat uns mit ihrem hohen Unterstützungsbedarf als Familie gestärkt und Schwerpunkte verändert. Ich engagiere mich bei „du! mittendrin“, um Familien in einer ähnlichen Situation durch ein tragfähiges Netzwerk Unterstützungsangebote zu machen, aber auch um besonderen Menschen wie Catharina einen sichtbaren Platz in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Chiara-Fabienne Pantke

*1993 . Während meines Zahnmedizinstudiums habe ich in einer Schule für Kinder mit Mehrfachbehinderungen einen unkonventionellen Zahngesundheitstag durchgeführt. Dieses Erlebnis hatte mich durch die individuelle Kommunikation und die Fokussierung der Sinne begeistert. Inspiriert von Johannes möchte ich bei „du!mittendrin“ die Teilhabe von Menschen mit erhöhtem Förderbedarf unterstützen.

Helmut Plank

*1949. Nach einer Banklehre und dem Theologiestudium habe ich 38 Jahre (bis 2015) in der Kirchengemeinde Blankenese als Pastor mitleben und mitarbeiten dürfen. Seit 2000 kenne ich auch Johannes. Ein besonderer Mensch, der uns mit seiner Art herausgefordert hat, seine Möglichkeiten und die Lebensumstände für ihn und mit ihm genauer anzusehen, der uns mit seiner Zuneigung, seiner ganzen Person gewonnen hat. Er war der Anstoß zur Gruppe „du! mittendrin“. Hier wollen wir für und mit unseren Anvertrauten auf ihre Gaben achten und Teilhabe am Ort leben.

Charlotte Poehls

*1996, Studentin für Sonderpädagogik auf Lehramt an der Universität Hamburg.
Ich habe 2016 mit meinem freiwilligen sozialen Jahr an einer inklusiven Schule begonnen und war dort für mehrere Menschen mit Behinderung als Schulbegleitung tätig. Durch diese Erfahrung war ich mir sicher, dass ich die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen liebe und dies beruflich machen möchte. Ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit über die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben und freue mich darauf, die Theorie in die Praxis umsetzen zu können. 7.4.2021

Catharina Schuchmann

*1963, Drehbuchautorin, in Hamburg geboren und in Blankenese aufgewachsen. 5 erwachsene Kinder. Seit 2013 in der Stiftung der Blankeneser Kirche am Markt aktiv, unter anderem mit dem Wunsch, in Blankenese das Leben für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf zu verbessern, Mitbegründerin der Gruppe „du! mittendrin“.

Michael Ulrich

*1950, heute Rentner, früher Außenhandelskaufmann und Ausbilder. Meine Frau Roswitha Bading-Ullrich und ich sind seit einigen Jahren in unserer Initiative aktiv. Ursächlich zeichnet dafür unsere Tochter Selina verantwortlich. Im Vordergrund stand und steht für uns die Lebensgestaltung von Menschen mit Förderbedarf. Das betrifft die Vielzahl der Alltagsbereiche, wie z.B. Schule, Wohnen, Praktika, Ausbildung und Beruf., aber auch Freizeitgestaltung, soziale Kontakte u.v.m. Darüberhinaus sind die rechtlichen Anforderungen, Rechte und Pflichten von fundamentaler Bedeutung und entsprechendem Interesse für uns. Ein riesiges Lernfeld - aber enorm wichtig und ohne Zweifel spannend.

Noah Witte

*1997, Studentin für Sonderpädagogik auf Lehramt an der Universität Hamburg.
Nach meinem Abitur habe ich ein freiwilliges soziales Jahr an einer Stadtteilschule absolviert. Als Schulbegleiterin war ich dort für mehrere Kinder zuständig, die einen Förderbedarf hatten. Das Jahr hat mich so sehr geprägt, dass ich mich dafür entschieden habe, auch in meinem Beruf mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Da ich somit schon am Anfang meines beruflichen Werdeganges mit dem Thema „Inklusion“ konfrontiert worden bin, liegt mir die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft sehr am Herzen.

Hilfreiche Links

"Die Neue Norm"

https://dieneuenorm.de/:
ein Projekt der Sozialhilfe e.V. Hier finden wir interessante Erfahrungsberichte zum Thema Arbeit und das alltägliche Leben. Außerdem werden Strukturen wie "Ausbildungsfähig" etc.  erläutert und anhand von Lebenserfahrungen gezeigt. Es gibt Podcasts und Kolumnen, die z.T. von Menschen mit Behinderung oder Menschen im engen sozialen Kontakt zu diesen stehen. Die Seite ist "jung" und möchte Gleichberechtigung sowie Disability Mainstream und Inklusion weiterbringen.

"JobInklusive"

https://jobinklusive.org/:
FAQ zu den häufigsten Fragen zum Thema Arbeit mit Erläuterungen der Begriffe wie beispielweise: Arbeitsassistenz,Budget für Arbeit, persönliches Budget... Ziel der Website ist es Leitfäden,Workshops und Beratungsangebote zu bieten. Mit der Schichtwechselkampagne #StellMichEinNichtAb möchte die Seite auf Alternativen zu Werkstätten aufmerksam machen und den Markt Inklusiver gestalten.

„Das Geld hängt an den Bäumen“

https://www.dasgeldhaengtandenbaeumen.de
Bei diesem Unternehmen handelt es sich um ein Team, das Früchte, die vor allem aus privaten Gärten oder Streuobstwiesen aus der Hamburger Region kommen, zu Säften und Schorlen verarbeitet. Die Ernte des ungenutzten Obstes erfolgt mit Hilfe von Menschen aus gesellschaftlichen Randgruppen. Zu dem Team gehören Menschen mit Autismus, Gehörlosigkeit, Sehschwäche, Entwicklungsstörung, Migrationshintergrund, chronischen Krankheiten, ehemalige Langzeitarbeitslose, Obdachlose und Menschen ohne Berufsausbildung. Die bunte Truppe schafft es gemeinsam ein Team zu bilden und dabei ein köstliches Produkt zu produzieren. Ganz nach dem Motto: „regional. sozial. nachhaltig.“

„Barista Royal“

https://baristaroyal.de
Bei Barista Royal werden Menschen mit Behinderungen aktiv in den Prozess der Kaffeeproduktion eingebunden. Behinderte Menschen können hier insbesondere beim Rösten des Kaffees helfen. Dabei ihr ihre unendliche Hingabe besonders prägend für die besondere Qualität und Röstung des Kaffees. Bei der gemeinschaftlichen Kaffeeröstung interessiert es niemanden, welche Behinderung die Menschen mitbringen. Vielmehr wird hier Wert darauf gelegt, dass jeder seine Möglichkeiten ausschöpfen kann und Hilfe bekommt, wenn er sie benötigt. Und dabei entstehen nicht nur Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen sondern auch ein ganz besonderer Kaffee.

„Companion 2 go“  

https://companion2go.de
Diese Plattform soll Menschen mit und ohne Behinderung vernetzen. Sie soll Menschen zusammenbringen, die gemeinsame Interessen haben und dadurch gesellschaftliche Grenzen überwinden und Barrieren durchbrechen. Insbesondere geht es darum, dass Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen reisen und Events besuchen können. Es soll eine Steigerung der Mobilität, Flexibilität und Selbstbestimmung ermöglicht werden. Für ein stärkeres Zusammensein.

Noch Fragen?


Wir freuen uns über Ihr Interesse und jeden, den wir unterstützen können oder der sich uns anschließen möchte.

©  2021 Stiftung Ev.-Luth. Kirchengemeinde Blankenese

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